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Die Sendung kann später im Internet als Podcast heruntergeladen werden:
Nordwestradio 'Die Sendung zum Nachhören'
oder außerhalb des Radiosenders als Stream im Internet gehört werden:
Nordwestradio
Die Ankündigung traf Worpswede mitten ins Mark: Das niedersächsische
Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat empfohlen, die
Künstlerstipendien nach Lüneburg in die dortige Leuphana Universität zu
verlegen – und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Worpswedes
Bürgermeister Stefan Schwenke fürchtet, eine „internationale bekannte
Marke“ werde zerstört, Literaturnobelpreisträger Günther Grass spricht
gar von „kultureller Barbarei“. Minister Lutz Stratmann verweist
ausdrücklich darauf, dass diese Neuausrichtung eine inhaltliche, keine
finanzielle Optimierung bringe. Die Ausstattung des Programms bleibe
gleich, nur werden ab 2010 die Stipendiaten mit dem
kulturwissenschaftlichen Umfeld der Leuphana Universität ganz andere
Rahmenbedingungen vorfinden. Anstelle eines verschlafenen Künstlerdorfes
im Teufelsmoor, sollen die jungen Künstler einen lebendigen Kunstraum
mit mehr Diskurs und Inspiration erleben. Dies trifft die ehemalige
Künstlerkolonie im Teufelsmoor gleich doppelt: Zum einen fehlen die
internationalen Künstler, die die Kunstszene vor Ort bereichern, auf der
anderen Seite müssen sich die Worpsweder fragen, ob ihr Künstlerdorf
noch die Ausstrahlung für zeitgenössische Künstler hat, oder allenfalls
für Touristen jenseits der 50.
Den Aufschrei der Empörung aus Worpswede will die Behörde in
Niedersachsen durch ein groß angelegtes Renovierungs- und
Erweiterungsprogramm abmildern, das die kulturhistorische Attraktion des
Ortes stärken soll. Neben der Sanierung des berühmten Baubestands rund
um Vogelers Barkenhoff sollen neue Ausstellungsflächen entstehen.
Außerdem soll eine Bibliothek, ein Archiv sowie eine Sommerakademie die
Aura Worpswedes als Zentrum einer historischen Avantgarde-Bewegung
stärken. Und für Künstler, die sich dennoch ein Bild von Worpswede
machen wollen, wird es auch weiterhin Atelierräume geben, allerdings
müssten sie diese privat finanzieren.
Was also wird aus Worpswede ohne die Stipendiaten? Welche Bedeutung hat
der Kunststandort Worpswede überhaupt für zeitgenössische, junge
Künstler? Wird Worpswede mehr und mehr zum musealen Standort? Welche
Bedeutung hat Worpswede in der nationalen und internationalen Kunstszene
heute? Fragen, auf die wir Antworten suchen in ‚Nordwestradio
unterwegs‘, am Mittwoch, den 22. April von 13´05 bis 14 Uhr live aus dem
historischen Bahnhof in Worpswede, Bahnhofstrasse 17 in 27726 Worpswede.
Teilnehmer:
Stefan Schwenke (Bürgermeister Worpswede)
Frauke Migge (Künstlerin aus Worpswede)
Leonie Baumann (Vorsitzende der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst in
Berlin)
Dr. Christine Litz (Referentin für bildende Kunst, Ministerium für
Wissenschaft und Kultur Niedersachsen)
Erhard Kalina (Berufsverband bildender Künstler Worpswede BBK)
Moderation:
Hans-Heinrich Obuch (Nordwestradio)
Redaktion:
Hilke Theessen
Gäste sind willkommen, der Eintritt ist frei
Nordwestradio. Ein Programm von Radio Bremen und dem NDR. UKW Bremen
88,3 und Bremerhaven 95,4 MHz, Satellit Astra 1 E analog ADR Transponder
19 und Astra DVB-S Transponder 93 sowie im Kabel